Lebensstil Planung

Lebensstil Planung

a) Lebensstil als Risikofaktor
b) Lebensstil bei Krebserkrankung
c) Lebensstil nach Krebsbehandlung

a) Lebensstil als Risikofaktor für Krebserkrankung

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen rund 30 Prozent aller Krebsfälle in den westlichen Ländern in Zusammenhang mit ungünstigen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten.
Es wird davon ausgegangen, dass Übergewicht – und besonders Fettleibigkeit – bei 20 Prozent aller Krebstodesfälle bei Frauen zumindest mitverantwortlich ist. Körperliche Inaktivität und deren Folgen führen weltweit jährlich zu 3,2 Millionen Todesfällen; 34 % aller Frauen gelten als physisch inaktiv.

Empfehlung als Krebsschutz

Eine im medizinischen Topjournal Lancet publizierte Übersichtsarbeit empfiehlt als Krebsprophylaxe eine
• ausgewogene Ernährung,
• die Vermeidung von Übergewicht,
• eine Reduktion des Alkoholkonsums und
• tägliche körperliche Aktivität.

World Cancer Research Fund und American Institute for Cancer Research

• Täglich mind. 30 Minuten aktive Bewegung, 
z.B. schnelles Gehen

• später Steigerung täglich mind. 60 Minuten aktive Bewegung
oder 30 Minuten energische Aktivität, z.B. Laufen, Kraft Training

b) Lebensstil bei Krebserkrankung

Ernährung

Durch Ernährung sind wir nicht imstande, den Tumor zu bekämpfen oder gar zu heilen. Allerdings können Krebspatientinnen mithilfe der Ernährung ihren Allgemeinzustand verbessern und so die Lebensqualität verbessern. Durch eine optimale Ernährung wird die Therapie besser vertragen, die Nebenwirkungen gemindert und die Genesung unterstützt.
Da es im Zuge der Therapie zu Nebenwirkungen und Beschwerden kommen kann, die die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen, ist es nicht nur aufgrund des hohen Stellenwertes gesunder und ausgewogener Ernährung, sondern auch zur Minderung von Nebenwirkung meist nötig, seine Ernährungsgewohnheiten umzustellen.
Durch eine ausgewogene Ernährung sollen Ernährungsmängel vermieden, die Verträglichkeit der Behandlung unterstützt, das Immunsystem gestärkt und der Genesungsprozess gefördert werden.

• Mangelernährung vermeiden

Es ist wichtig, Mangelernährung zu vermeiden und genügend Kalorien zu sich zu nehmen, damit der Körper Energie für die Behandlungen hat.
Da im Zuge der Erkrankung und Behandlung der Appetit verloren gehen kann, ist es wichtig, jeden spontanen Hunger und jede Lust auf Essen zu nutzen. Die Mahlzeiten sollen so appetitlich wie möglich angerichtet werden. Auch Zwischenmahlzeiten werden empfohlen. Klare Suppen, bestimmte Gewürze (Basilikum, Petersilie, Koriander, Ingwer, Wacholder) sowie bittere Lebensmittel wie Grapefruits gelten als appetitfördernd. Wenn es mit dem Arzt abgesprochen ist, kann ein Aperitif vor den Mahlzeiten als Appetitanreger getrunken werden.
Um die nötige Energie mit der Nahrung leichter aufnehmen zu können, kann man die Mahlzeiten mit Butter, Obers, Rahm und Creme Fraiche verfeinern oder garnieren. Durch energiereiche Zwischenmahlzeiten (beispielsweise Puddings, Shakes, Kekse, Chips, Schokolade, …) und Getränke (beispielsweise Fruchtsäfte und Limonaden) können zusätzlich Kalorien aufgenommen werden.

• Ernährung während der Chemo- und Strahlentherapie

Aufgrund der Chemo- und Strahlentherapie kommt es meist zu Übelkeit und Erbrechen. Neben der Einnahme von Medikamenten kann diesen Nebenwirkungen auch durch das Anpassen der Essgewohnheiten so gut als möglich entgegengewirkt werden. Langsames Essen und gründliches Kauen kann die Verdauung unterstützen und dazu beitragen, dass der Magen nicht zu sehr belastet wird. Einengende und drückende Kleidungsstücke sollten vermieden und auf regelmäßige und tiefe Atmung – vor allem bei aufkommender Übelkeit – geachtet werden. Gerüche, die Sie als unangenehm empfinden, sollten Sie ebenfalls vermeiden.

• Keimbelastungen vermeiden

Wenn das Immunsystem aufgrund der Erkrankung und der Therapie angeschlagen ist, muss man besonders darauf achten, es nicht noch zusätzlich zu strapazieren und das Risiko von Infektionen dadurch zu erhöhen. Keim arme Ernährung kann einen großen Teil zur Minderung der Immunsystembelastung beitragen.
Generell ist auf Hygiene und Sauberkeit in der Küche zu achten. Es wird empfohlen, den Mist regelmäßig zu entsorgen (am besten täglich) und die Küchengeräte (Herd, Mikrowelle, Backofen, Kühlschrank) sauber zu halten. Schneidbretter, Unterlagen, Geschirr und Besteck müssen immer gründlich gereinigt und Geschirrtücher, Fetzen und Schwämme sollten so oft wie möglich gewechselt werden. Auch auf die Sauberkeit der Hände ist zu achten. Die Lebensmittel sollten immer möglichst frisch sein, kühl gelagert und nach Erreichen des Ablaufdatums nicht mehr gegessen werden. Bei der Zubereitung der Speisen immer möglichst schonend vorgehen und die Speisen immer „gut durch“ verzehren. Werden Lebensmittel roh verspeist, so müssen diese gründlich gewaschen werden. Lebensmittel wie Geflügel, Fisch und Eier, die mögliche Salmonellenquellen darstellen können, sollen getrennt von anderen Lebensmitteln gelagert und zubereitet werden.

Empfehlung bei Krebsbehandlung

• Ausgewogene Ernährung
• Ausreichende Kalorienzufuhr
• Keim arme Nahrungsmittel

Bewegung
• Positive Effekte durch Bewegung

Bewegung erreicht eine Reihe positiver Effekte für den Krebspatienten. Sie verbessert die Leistungsfähigkeit, die Muskelkraft, die Lebensqualität und lindert die Müdigkeit (“Fatigue”) und auch die Angst. Daher wird körperliche Aktivität schon während der Therapie bei verschiedenen Krebserkrankungen empfohlen.

• Verringerung von Nebenwirkungen

Schon während der Chemotherapie können Nebenwirkungen wie Erschöpfung und Müdigkeit mit Bewegung (z.B. im Bettfahrrad) verringert werden. Auch Nebenwirkungen von Operationen können durch körperliche Bewegung positiv beeinflusst werden.

Empfehlung bei Krebsbehandlung

World Cancer Research Fund und American Institute for Cancer Research

Täglich mind. 30 Minuten aktive Bewegung
z.B. schnelles Gehen

c) Ernährung nach Krebs

Durch Fortschritte in der Krebstherapie in den letzten Jahrzehnten kann ein meist tumorfreies Überleben von etwa 60 Prozent der erwachsenen Krebspatienten erreicht werden. Geheilten Patienten sowie Patienten mit nachlassenden Beschwerden wird empfohlen, deinen krebsvorbeugenden, das Krebsrisiko mindernden, gesunden Lebenstil einzuhalten. Dazu gehört auch eine ausgewogene Ernährung mit Vermeidung von Übergewicht, einem hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln, einem geringen Anteil an tierischen Lebensmitteln außer Fisch und einem geringen Alkoholkonsum, weiterhin regelmäßige körperliche Aktivität und Rauchverzicht.

Empfehlung Ernährung nach Krebs

NCCN – National Comprehensive Cancer Network
Pflanzliche Diät
• Früchte
• Vollkorn
• Fisch
• Geflügel
• Tofu
• Vitamin D
• Alkohol reduzieren
• Übergewicht vermeiden

Bewegung nach Krebs

Sport und Bewegung beeinflussen die Lebensqualität von Krebspatienten auf mehreren Ebenen. Sie stärken einerseits die allgemeine Gesundheit und Abwehrkräfte und vermitteln andererseits wieder ein Gefühl für und Zutrauen in den Körper. Sie lehren aber auch, mit Einschränkungen der Leistungsfähigkeit zu Recht zu kommen oder gegen sie “an Zuarbeiten”.
Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Krebs wurde in den letzten Jahren in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht.

Reduzierung der Rückfallrate

Untersuchungen der letzten zehn Jahre zeigten bei Patienten mit Brust- und Dickdarmkrebs starke Hinweise für eine Verbesserung der Heilungsrate und Reduzierung der Rückfallrate (“Rezidiv”) durch regelmäßiges körperliches Ausdauertraining.

Empfehlung Bewegung nach Krebs

World Cancer Research Fund und American Institute for Cancer Research

Täglich mind. 30 Minuten aktive Bewegung
z.B. schnelles Gehen

 später Steigerung täglich mind. 60 Minuten aktive Bewegung
   oder 30 Minuten energische Aktivität, z.B. Laufen, Kraft Training