Krebs der Gebärmutterhöhle

Gebärmutterkrebs – Endometriumkarzinom

Das Endometriumkarzinom ist eine Krebserkrankung der Gebärmutterhöhle. Rund 290.000 Frauen erkranken jährlich weltweit daran. Betroffen sind vorwiegend Frauen in oder nach den Wechseljahren, wobei der Häufigkeitsgipfel zwischen dem 60. und dem 75. Lebensjahr liegt.

Die Erkrankung entwickelt sich meist über einen Zeitraum von etwa ein bis zwei Jahren. Übergewicht, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (Diabetes) sind klassische Risikofaktoren, die die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs begünstigen. Der Tumor befällt zuerst die Gebärmutterschleimhaut, das so genannte Endometrium, die das Innere der Gebärmutter auskleidet. Seltener geht die Krebsgeschwulst von den Muskelschichten des Gebärmutterkörpers aus (Sarkome). Jede abnorme Blutung (unregelmäßige Zwischenblutungen vor dem Wechsel oder auch nur eine leichte Blutung nach dem Wechsel) muss ernst genommen und abgeklärt werden! Treten Schmerzen auf, ist dies meist schon ein Hinweis auf einen fortgeschrittenen Tumor.

Prävention und Früherkennung

Für das Endometriumkarzinom gibt es keine Methode zur Früherkennung (Screening) bei beschwerdefreien Frauen. Deshalb ist es besonders wichtig, bei jeder auffälligen oder irregulären Blutung zum Frauenarzt zu gehen, um diese abzuklären. Die Abklärung eines auffälligen Befundes im Bereich der Gebärmutterschleimhaut bzw. die Ursache einer Blutung nach dem Wechsel wird ambulant durch eine Absaugung der Gebärmutterschleimhaut mittels eines dünnen Plastikröhrchens (Pipelle-Methode) oder einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und Ausschabung (Curettage) abgeklärt. Das gilt vor allem für Frauen nach den Wechseljahren. Wird der Gebärmutterkörperkrebs frühzeitig erkannt, kann er in der Regel gut behandelt werden.

Diagnostik

Kommt es außerhalb der Regel oder nach der Menopause zu Blutungen, sollte ein Gynäkologe zur Abklärung aufgesucht werden. Dieser kann mittels vaginaler Sonografie (Ultraschall-Untersuchung durch die Scheide) die Gebärmutter und die Eierstöcke untersuchen. Ist die Gebärmutterschleimhaut bei Frauen mit Blutungen nach der Menopause dicker als fünf Millimeter, liegt der Verdacht auf ein Endometriumkarzinom nahe. Der transvaginale Ultraschall lässt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Endometriums zu, die Sensitivität und Spezifizität das Endometriumkarzinom betreffend können allerdings keine validen Aussagen getroffen werden.

Eine genaue Diagnose liefert eine ambulante Absaugung der Gebärmutterschleimhaut mittels eines dünnen Plastikröhrchens (Pipelle-Methode) oder eine Ausschabung der Gebärmutter (=Curettage).
Die gewonnene Schleimhaut wird im Labor feingeweblich untersucht. So kann der Gynäkologe mögliche bösartige Veränderungen des Endometriums genau diagnostizieren.

Bestätigt sich durch die histologische Untersuchung die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs, kann mittels Magnetresonanztomografie (MRT) sowie mittels Computertomografie (CT) die Größe und Ausdehnung des Tumors präoperativ erkannt und eingeschätzt werden.

Therapie

Vor jeder operativen Behandlung eines Endometriumkarzinoms ist eine sorgfältige präoperative Abklärung durchzuführen. Diese Untersuchungen erlauben bereits eine erste Beurteilung der Invasionstiefe, der Tumorausbreitung und geben Hinweise auf den Lymphknotenstatus im Becken und in der Paraortalregion.

Die operative Therapie des Endometriumkarzinoms ist mit Ausnahme der weit fortgeschrittenen Stadien als Therapie der Wahl anzusehen. Laparoskopische Techniken sind mittlerweile in der gynäkologischen Onkologie weitgehend etabliert.
Die Behandlung von Gebärmutterkörperkrebs hängt ab von Tumorstadium, Tumorgrading und Alter der Patientin. Bei Gebärmutterkörperkrebs ist die Entfernung der Gebärmutter mitsamt den beiden Eierstöcken meist der erste Therapieschritt. Oft ist auch eine Lymphknotenentfernung im Bereich des kleinen Beckens, in manchen Fällen auch im Bereich der Hauptschlagader oder der Hauptvene im Bauchraum erforderlich. Der Eingriff erfolgt nach Möglichkeit minimal-invasiv mittels

Laparoskopie oder Roboteroperation – das erspart den großen Bauchschnitt. Gerade beim Gebärmutterkörperkrebs, der oft stark übergewichtige Frauen betrifft, ist eine solche Operationsmethode vorteilhaft, weil bei diesen Patientinnen ein Bauchschnitt deutlich schlechtere Heilungstendenzen zeigt als bei Normalgewichtigen.
Nach Vorliegen aller Befunde entscheidet ein interdisziplinäres Team, das Tumorboard, ob ergänzend eine Strahlentherapie und/oder eine Chemotherapie nötig sind. Eine alleinige Strahlentherapie kommt nur bei Patientinnen in Frage, die nicht operiert werden können.